Dies ist ein Orakel-Digest, eine Auswahl der letzten paar Orakularitaeten. Um alles ueber das Usenet Orakel, und wie man daran teilnimmt, herauszufin- den schickt eine Mail an orakel@nessie.cs.id.ethz.ch mit dem Subject: hilfe. ##################### Begin of Digest 006 ############################### 006-01 Selected by: lofr@stud.uni-sb.de (Lothar Fritsch) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > Oh erfahrenes Orakel! > > Bitt entschuldige, dass ich Dich mit meinen unwuerdigen Problemen > belaestige! Doch ich, der Erbe Konrad Adenauers, muss zu meiner > Schande gestehen: ich weiss nicht mehr weiter. > Mein Volk versteht mich nicht mehr. Da versucht man nach Kraeften, > ihm Gutes zu tun, sein Alter und seine Krankheiten abzusichern, > sein Ansehen weltweit zu verbreiten und gleichzeitig die Kaufhaeuser > voll zu halten, und wie danken sie's einem? Sie waehlen die Sozial- > demokraten und noch viel schlimmer: die PDS! Als haetten sie die nicht > gleich behalten koennen! > Bitte, o Orakel, sage mir: was tun? Sie wollen Arbeitsplaetze, Ver- > sicherungen, Sozialleistungen, Ferien, Feiertage, Reisekosten, > Spesengeld, billiges Benzin, gutes Fernsehprogramm und intelligente > Politiker! Bitte helfe mir! > > Dein Helmut K. (Du-weisst-schon-wer) Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } Lieber Helmut, } } Dein Volk versteht Dich, jedenfalls besser, als Du Dein Volk verstehst! } Sie haben Dich damals ganz genau verstanden, als Du bluehende Landschaften } und Wohlstand fuer jedermann ohne Abstriche versprochen hast, an Deinen } Lippen haben sie gehangen. Dein Problem ist doch, dass die Menschen } draussen im Lande Dir immer noch glauben, nur kannst Du heute nicht mehr } so dreist luegen, ohne dass es jemand merkt! Warum verzweifelst Du, wenn } die Buergerinnen und Buerger von Dir das einfordern, was Du ihnen weissagt } hast? OK, ein gutes Fernsehprogramm hast Du nicht versprochen, aber waren } die Privaten nicht immer Dein Haetschelkind? Laesst Du Dich nicht am } liebsten von Kleins Haus Mertes bei Satt 1 interviewen? } Zum Ansehen Deines Stimmvolkes in der Welt hast Du allerdings sehr viel } beigetragen. Etwa soviel wie der Papst zur Eindaemmung der Bevoelkerungs- } explosion. Und immerhin hat die SED den Leuten nicht ihr Geld abgeknoepft } (warum auch, es war ja nichts wert). Das mit den Krankheiten absichern und } der Finanzierung der Pflege im Alter war zu SED-Zeiten auch selbstver- } staendlich, warum also sollten die lieben Mitbuergerinnen und Mitbuerger } die Kopie waehlen, und nicht das Original? } Kommen wir nun zu den unausgesprochenen Fragen in Deinem Schreiben. } Nimm zur Kenntnis, Unwuerdiger, dass das Orakel Dir fuer diese Sonder- } leistung in Anbetracht der maroden Haushaltslage keine Solidaritaetsabgabe } abnoetigt! } } > Liebt mich meine Partei noch? } Ja, heiss und innig. Wie das Fett die Pommes. } } > Werde ich 1994 wieder Bundeskanzler aller Deutschen? } Das kommt darauf an, ob das geplante Attentat gegen Deine Person im } Februar fehlschlaegt oder nicht. Wenn nein, dann ja. Das ist nicht } unlogisch; sie kochen die Eier zwar diesmal hart, aber es sind und bleiben } halt Ossis. Denen genuegt es schon, wenn Du sie als Poebel beschimpfst, Du } musst nicht wirklich dabei draufgehen. Befriedige ihre niedrigsten Triebe, } und sie werden Dich _lieben_. } } > Wie wird die PDS bei der Bundestagswahl im Oktober abschneiden? } Nicht besonders gut, sie wird nur viertstaerkste Partei werden - nach } SPD, Gruenen und den Republikanern. Allerdings - siehe oben - nur, wenn } das eine Ei nicht trifft. } } > Warum habe ich es so schwer, und Opa Konrad so leicht? } Der hatte ja auch seine Russen, und auf die war Verlass. Du warst ja } dumm genug, zuzulassen, dass Gorbi und Konsorten die Welt ins Wanken } gebracht haben! } } > Was muss ich tun, um meinen verdienten Platz im Buch der Geschichte, } > gleich neben dem wehenden Mantel, zu sichern? } Och, nicht viel. Aber mach es moeglichst spektakulaer, mit viel Blut } und so. Rot ist schliesslich die einzige Farbe, die BILD drucken kann. } Zeige Dich als Kanzler des technologischen Fortschritts: wirf Dich vor } den TransRapid. } } Du schuldest dem Orakel eine Erklaerung - fuer das erstaunlich gute } Abschneiden der CDU bei den Kommunalwahlen in der bluehenden Landschaft. } Ausserdem will ich diesmal eine _neue_ Silvesteransprache! ######################################################################### 006-02 Selected by: Matthias Ulrich Neeracher Selected by: caronni (Germano Caronni) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > Oh Orakel, weiser als mein Schraubenzieher, besser als alle Schrott- > pressen der Welt im Zerlegen von altem Muell, mich quaelt nur eine > Sache, und die hat sich vor kurzem verabschiedet, was mir aber gar > nicht passt: vor meinen Augen hat mir ein Original BIM Monitor 8513 > gekuendigt. Jetzt muss ich folgendes wissen, und suche Deinen qualifi- > zierten Rat: > > Wie kriege ich das Scheissding auf?? Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } O unfaehiger Nutzer von Computern und Monitoren! } Ist das Problem nun die Kuendigung des Monitors oder dass er nicht } aufgehen will? Im Falle der Kuendigung wuerde ich mir die Gruende } ueberlegen. Hast Du: } - zuwenig Einschaltpausen gewaehrt? } - keinen Screenblanker installiert? } - die per Tarifvertrag zugesicherten 2 Stunden woechentlich RTL- } Empfang (vorzugsweise Samstags abends) } - 2 Kilowattstunden extra als Weihnachtsstrom? } } Aufkriegen ist einfach. Man benutze einen Ziegelstein und einen } Dosenoeffner. } } Du schuldest dem Orakel einen Erfahrungsbericht 'Programmieren mit einem } Drucker als E/A-Geraet'. ######################################################################### 006-03 Selected by: chris@phil15.uni-sb.de (Chris Blum) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > Oh grosses, allwissendes Orakel, dessen Weisheit noch groesser ist als die > des weissen Riesen, > > sag mir, wenn eine Fliege an der Decke landet, > macht sie dann eine halbe Rolle oder einen halben Looping? Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } > } > Das Usenet Orakel erwartet von Dir eine Antwort zu dieser Frage! } > } > > Oh grosses, allwissendes Orakel, dessen Weisheit noch groesser ist als die } > > des weissen Riesen, } > > } > > sag mir, wenn eine Fliege an der Decke landet, } > > macht sie dann eine halbe Rolle oder einen halben Looping? } > } > } Oh unwissender Fragesteller, dessen Unwissenheit so gro\3 ist wie } die Energie eines wei\3en Zwerges! Hier folgt die Antwort auf Deine } Frage: } } Wie Du vielleicht wei\3t, gibt es Insekten schon wesentlich } l"anger in der Entwicklungsgeschichte dieses Planeten, den } die Unwissenden ''Erde'' nennen, der in Wirklichkeit aber } Gragunzl hei\3t, denn diesen Namen haben die Echerichia Coli } ihm gegeben, denn sie haben ihn gebaut, und zwar als M"ullhalde. } (Douglas Adams hatte einige Fehlinformationen...). } } Da es nun diese Insekten, zu denen auch die Fliegen geh"oren, } schon so megagalaktisch lange gibt, haben diese F"ahigkeiten } entwickelt, die Schwerkraft zu beeinflussen. } } Die einzige richtige Antwort auf Deine Frage ist also: } } Die Fliege landet *nicht* an der Decke, sondern die Decke } landet an den F"u\3en der Fliege. } } Ob dies in einer halben Rolle oder einem halben Looping } geschieht, h"angt also davon ab, wo die *Decke* f"ur sich } (und damit auch f"ur Dich) ''l"angs'' oder ''quer'' } definiert. Also mu\3t Du zur Kl"arung letzteren Sachverhaltes } einfach Deine Decke fragen. } } } } Du schuldest dem Orakel: } } - einen pers"onlich von Dir getragenen Stringtanga (ungewaschen) } } - eine Packung neuer, ungebrauchter Papiertaschent"ucher ######################################################################### 006-04 Selected by: caronni (Germano Caronni) Selected by: lofr@stud.uni-sb.de (Lothar Fritsch) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > oh weisestes aller weisen orakel > > waechst urlaub im urwald? > > demuetigst, > ein einsamer wanderer Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } Oh Du Wanderer, wirst wohl fuer immer einsam bleiben. Ahnst Du doch, dass } im Urwald nicht nur Urteile gefaellt werden, sondern auch Ur-Pils } getrunken wird, welches Du dem Orakel schuldest. } } Aber merke Dir: Wer Urlaub haben will, sollte keine Kettensaegen benutzen !! ######################################################################### 006-05 Selected by: chris@phil15.uni-sb.de (Chris Blum) Selected by: caronni (Germano Caronni) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > O allwissendes Orakel, dessen ausgetrunkene Bierflaschen ich > nicht w"urdig bin, zur"uck in den Kasten zu stellen und beim > Getr"ankeh"andler das Pfand daf"ur zu kassieren, sag mir > > Warum hei\3t Weinnachten Weinnachten, obwohl ich um diese > Jahreszeit gar keinen Wein, sondern Nikolausbock trinke > und vielleicht gelegentlich einen Gl"uhwein oder Schnaps? > > Und warum schreiben alle anderen das Wort Weinnachten falsch? Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } > O allwissendes Orakel, dessen ausgetrunkene Bierflaschen ich } > nicht w"urdig bin, zur"uck in den Kasten zu stellen und beim } > Getr"ankeh"andler das Pfand daf"ur zu kassieren, sag mir } > } > Warum hei\3t Weinnachten Weinnachten, obwohl ich um diese } > Jahreszeit gar keinen Wein, sondern Nikolausbock trinke } > und vielleicht gelegentlich einen Gl"uhwein oder Schnaps? } > } > Und warum schreiben alle anderen das Wort Weinnachten falsch? } } Oh wissbegieriger, vernehme meine Antwort : } } Du bist einem Trugschluss aufgesessen ! Natuerlich heisst Weinachten nicht } Weinachten, weil du Wein trinken sollst, das Wort leitet sich vielmehr aus dem } altgermanischen Zusammenhang "Nehmet disz for Wein in achten !", was sehr frei } uebersetzt bedeutet, dass du dich bei Wein vorsehen sollst. } Der geschichtliche Hintergrund ist ist folgender : } Der Druide eines kleinen, unbeugsamen Dorfes in dem jetzigen Frankreich stellte } einmal einen Zaubertrank her, welcher in Wein gemischt diesen suesser machte. } Als angenehme Nebenwirkung stellte sich zudem heraus, das der so behandelte Wein } im Winter nicht gefror und er nannte den Zaubertrank Gluehkohl (das bedeutet } soviel wie : Macht warm wie Kohle, heute noch als Glykol bekannt...). } Da der Druide aber lieber Cervisia trank, schenkte er den behandelten Wein einem } roemischen Legionaer, der auf dem Weg nach Germanien war, und der sich sehr } freute, auch bei dieser Kaelte noch Wein trinken zu koennen. Leider kam er nicht } mehr dazu, da er von einem Barbarenstamm ueberfallen wuerde, der ihm die } Flaschen wegnahm. Der Haeuptling des Stammes, Schickmireinfax, trank nun diesen } Wein und bekamm davon einen so schrecklichen Durchfall, dass er verstarb. Die } Priester des Dorfes deuteten dies als ein Zeichen von Wotan und stellten die } o.g. Regel auf. } } Zu deiner zweiten Frage : Was heisste hier "die anderen" ? Du schreibst es doch } auch falsch, es heisst Weinachten ! } } Du schuldest dem Orakel einen pangalaktischen Donnergurgler und eine komplette } Asterixsammlung. ######################################################################### 006-06 Selected by: Matthias Ulrich Neeracher Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > wer hilft, wenn man Hilfe bedarf, aber keiner da ist, > der helfen kann ?? Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } > > wer hilft, wenn man Hilfe bedarf, aber keiner da ist, } > > der helfen kann ?? } } Keine Schmeichelei????????? Na gut, Du hast noch _eine_ Chance. } } Da waeren: } - die Telefonseelsorge } - das Pruefungsamt } - der Pabst (und alle seine Vertreter in Talaren) } - deine Mutter } - eine Telefonnummer Deiner Wahl ('Hoeren Sie mir zu oder ich bringe mich } um! Jetzt gleich!') } - die Heilsarmee } - Dr. Sommer } - Mr. Smith & Mr. Wesson } } ... und das -tata- *Orakel* - aber nur, wenn Du ihm mittwilst, was } Dein Problem ist. } } Du schuldest dem Orakel ein Problem. ######################################################################### 006-07 Selected by: Matthias Ulrich Neeracher Selected by: chris@phil15.uni-sb.de (Chris Blum) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > O okkultes Orakel, welches zum Fruehstueck mehr Huehner geopfert bekommt als > ein Sterblicher wie ich in seinem Leben je verspeisen koennte, ich habe eine > Frage an Dich. Hoere folgende Geschichte: > > Ich lebe in meiner Wohnung in einer mittleren Stadt. Alleine mit meinen > Katzen. Besuch kommt selten, und vor Zeugen Jehovas, Vertretern und > Teppichverkaeufern blieb ich bisher verschont. Bis letzte Woche jedenfalls. > Ein Klingeln an meiner Haustuer riss mich gegen 11 Uhr aus meinem > wohlverdienten Studentenschlaf. Etwas saeuerlich oeffnete ich, und vor der > Tuer stand ein Mann undefinierbaren Alters mit leuchtenden Augen. Er > blickte mich durchdringlich an und ich hatte das Gefuehl, als wuerde ich von > Pfeilen durchbohrt. Dann sprach er mit einer leisen, schneidenden Stimme: > "Ich bin her zu Dir gekommen, um Dir ein Geschaeft vorzuschlagen. Das > Geschaeft Deines Lebens." > > Ploetzlich spuerte ich einen Windhauch, und der Mann war verschwunden. > Reichlich verwirrt schloss ich die Tuer und kehrte in meine Wohnung zurueck. > Noch groesser war meine Verwirrung - die ich schon fast als Entsetzen > bezeichnen moechte - als ich den Mann dann in meinem Wohnzimmer vorfand. Er > hatte sich in meinem Sessel breitgemacht und allerlei Dinge auf meinem Tisch > ausgebreitet. "Was tun Sie hier drinnen?", wollte ich ihn barsch anfahren, > statt dessen blickte er mich an und winkte mit der rechten Hand, worauf ich > wie von selbst am Tisch Platz nahm. > > "Ein Analysis-Uebungsblatt, wie ich sehe. Soso, also Student. Und noch > keine einzige Aufgabe bearbeitet - das Studentenleben ist auch so stressig, > das kann ich verstehen. Nimm diesen Kugelschreiber zur Hand!" Ich nahm den > Schreiber zur Hand. Am oberen Ende war ein fuenfzackiger Stern eingraviert, > und der eigentlich tiefschwarze Stift gluehte tief im Inneren blutrot. Ein > seltsamer Stift. Gerade, als ich fragen wollte, was ich damit machen > sollte, sagte der Mann: "Nimm dieses Stueck Papier und denk an die > Aufgabe!". > > Der Schreiber senkte sich auf das Blatt und meine Hand fing an zu schreiben. > Noch waerend ich halb gebannt und halb entsetzt auf meine Hand starrte, > blieb der Schreiber neben den Buchstaben 'Q.E.D.' in meiner Handschrift > stehen. Darueber stand der Beweis, den Aufgabe 1 des Uebungsblattes > forderte. Ich war verstaendlicherweise verbluefft. In diesem Moment waere > ich bereit gewesen, angesichts der anstehenden Pruefungen meine Seele fuer > diesen Schreiber zu veraeussern. > > "Er kostet nicht viel - nur eine einzige Unterschrift auf diesem Papier...", > sagte der Mann mit einem daemonischen, keinen Widerspruch duldenden > Laecheln. Er zeigte auf einen Bogen Papier, auf dem in alter, geschwungener > Schrift oben das Wort 'Kontrakt' zu lesen stand. Darunter war zu lesen, > dass der Unterzeichner seine Seele nach dem Tod dem Vertragspartner > ueberlaesst und dafuer zu Lebzeiten einige 'ebenso aussergewoehnliche wie > unglaubliche aber nichtsdestotrotz befriedigende Dienstleistungen' erhalten > werde. > > Es verunsicherte mich natuerlich etwas - meine Seele verkaufen, obwohl ich > in meinem Glauben und Weltbild so etwas nicht einmal hatte. Zudem > irritierte mich etwas, dass meine Katzen allesamt die Flucht ergriffen > hatten - eine unter das Bett, eine weitere hatte sich in der Badewanne > verschanzt und die dritte war einfach verschwunden. Nach einer Denkpause, > in der sich bei meinem Gegenueber kein Muskel bewegte, beschloss ich, etwas > zu pokern, um Bedenkzeit zu erhalten. > > "Meine Seele ist mehr wert als einen aufgabenloesenden Kugelschreiber. Was > haben Sie mir denn sonst noch zu bieten?" - "Ich kann dafuer sorgen, dass > Dir jeder Wunsch erfuellt wird - JEDER, wenn Du verstehst, was ich meine. > Auch bezueglich der rothaarigen Geographie-Studentin aus der > Volleyballgruppe." Das erhoehte meine Pulsfrequenz um fast 20 Schlaege pro > Minute. Wie konnte er von Babs wissen? > > Der Mann, der jetzt dunkelgrau aussah und zwei seltsame Beulen auf der Stirn > bekam, drueckte mir eine Kunststoffmuenze in die Hand. Ich betrachtete sie > - eine Mensa-Essensmarke. "Das ist eine ganz besondere Essensmarke", sagte > er. "Erstens kehrt sie immer wieder zu Dir zurueck, und zweitens wird das > Essen, fuer das Du mit dieser Marke Schlage stehst, immer voll kulinarischer > Kostbarkeiten sein, ausserdem schmackhaft zubereitet, nicht versalzen, > verkocht oder verbrannt. Zudem wuerden die Portionen damit ausreichend > sein." Mir blieb beim Gedanken daran, ein Mensa-Essen zu geniessen, die Luft > weg. "Wirklich?" kraechzte ich und konnte mit Muehe erwiedern: "Ich esse > aber ohnehin nur selten in der Mensa. Haben Sie nichts Brauchbares?" Mir > wurde allmaehlich unbehaglich, ich wollte den Kerl loswerden. > > "Ich haette noch diesen Autoaufkleber - er sorgt dafuer, dass immer genau > dann, wenn Du an die Uni kommst, eine Parkluecke vor Dir frei wird." Ich > brummelte skeptisch, ich haette kein Auto. Dies schien meinen Gegenueber > sichtlich zu verunsichern, er kramte in seiner schwarzen Aktentasche und > blaetterte in einer Akte. "Da muessen meine Informationen falsch sein", > murmelte er und strich einen Textabschnitt durch. Das machte mich ein wenig > uebermuetig. Ich forderte: "Wie waere es denn mit dem Wegfall aller > Regelstudienzeiten, Studienplatzgarantie fuer Alle, einem Monatslohn von > mindestens 2000 Mark fuer Studierende, einer Frauenquote von 50% fuer die > Studiengaenge Informatik und Elektrotechnik, einem umweltfreundlichen > Nahverkehrskonzept, engagierten Studenten, unterhaltsamem und bildendem > Fernsehprogramm, Liebe und Frieden fuer die ganze Welt, engagierten, > uneigennuetzligen Politikern und einer Wohnung mit Garten fuer meine > Katzen?" > > Der Andere wechselte die Farbe. Das Grau wurde erst feuerrot, und kleine > Flaemmchen pufften aus seinen Ohren. Dann schlug es ueber Lila in Gruen um > und er holte tief Luft. Mit bebender Stimme und einer Aura kleiner > Blitze um die Augen sprach er, waehrend meine Fenster zersprangen: "WAS > GLAUBST DU, WEN DU VOR DIR HAST? Wir hexen und zaubern, aber fuer Wunder > sind WIR nicht zustaendig! Huete Deine Zunge, Sterblicher! Verspiele nicht > dein Leben durch Deinen Leichtsinn!" Es donnerte irrsinnig laut, irgendwo > mitten in meiner Kueche, und Flammen loderten aus der Toilette und dem > Waschbecken. "Das ist nur ein Vorgeschmack!", fauchte er. > > Er schnippte mit den Fingern, die jetzt lange schwarze Klauen und ledrige > Zwischenhaeute hatten, und die wunderbaren Dinge auf meinem Schreibtisch > verschwanden. Dann knallte er mir eine Visitenkarte auf den Tisch, und > knurrte: "Ueberleg es Dir. Auf der Karte findest Du, wie Du mich > erreichst!" Sogleich breitete er ledrige Fluegel aus, sprang mit dem > knallenden Geraeusch von Hufen auf das Fensterbrett und flog davon, mich > veraengstigt und gleichzeitig erfreut ueber meinen Triumph zuruecklassend. > > Ich gruebele nun seit drei Tagen darueber nach, was ich wohl gerade erlebt > hatte. Und wie ich in der Sache verfahren soll. Auf der Karte des > seltsamen Mannes stand: > > Louis U. Ziffer > Dienstleistungen aller Art > Armageddon Drive 666 > Sellafield > > Und was ist das fuer ein grosser, schwarzer Hund mit feuerrot leuchtenden > Augen, der mir seit drei Tagen folgt? Was ist, sozusagen, 'des Pudels > Kern'? Und wie soll ich mich in der Angelegenheit verhalten? Was ist, wenn > der Mann wiederkommt? Wegen des vielen Knoblauchs kommen mich meine > Freunde schon nicht mehr besuchen. > > Maechtiges Orakel, ich flehe Dich an, hilf mir mit Deinem Rat! Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } Oh Du kleiner, sterblicher Wicht, was vergeudest Du meine kostbare Zeit } mit einer Geschichte, die Du eigentlich Deinem Psychiater auf der } Couch erzaehlen solltest. } } Solche Geschichten von Studenten hoere ich immer wieder, wenn wieder mal } irgendwo eine Party stattgefunden hat, die bis zum fruehen morgen } andauerte. } Jetzt zur Weihnachtszeit sind es besonders die Nikolauspartys, die } manchen Studenten die Sinne verwirren und solche Traeume bzw. } Alptraeume entstehen lassen. } } Das Orakel raet: Lass mal etwas oefter den Alkohol weg und stell Deinen } Wecker (wenn Du einen besitzt - da bin ich mir bei Studenten nicht so } sicher -) auf eine vernuenftige Zeit (etwa 7.00Uhr MORGENS). } Und schon wirst Du erleben, dass der alte Mann nicht wiederkommt } und dass die Augen des Hundes aufhoeren zu leuchten (vielleicht } verschwindet auch der ganze Hund). } Bei Nebenwirkungen fragst Du am besten Deinen Arzt oder Apotheker. } } So, nun kannst Du Dich wieder hinlegen und Deinen Rausch ausschlafen. } } Gute Besserung } } Das grosse, allwissende und weise Orakel 006-08 Selected by: caronni (Germano Caronni) Dies war eine weitere Antwort des Orakels: } >#> Ich nahm den } >#> Schreiber zur Hand. Am oberen Ende war ein fuenfzackiger Stern eingraviert, } >#> und der eigentlich tiefschwarze Stift gluehte tief im Inneren blutrot. Ein } >#> seltsamer Stift. } Hmm, interessant waere es, zu erfahren, ob das Pentagramm ueberhaupt auf der } Spitze stand. Falls nicht, hattest Du es wahrscheinlich mit einem meiner } Kollegen zu tun. Du wuerdest nicht glauben, wie schwierig es heutzutage ist, } als Hexe den Lebensunterhalt zu verdienen. } } Den Effekt mit der Analysisaufgabe erreichst Du genauso, wenn Du dich mit } einer dieser traurigen Gestalten anfreundest, die selber imstande sind, } ihre Aufgaben in dieser Geschwindigkeit zu loesen. } } Das mit der Essensmarke waere doch eine Idee, ich koennte dir da ganz billig } was vergleichbares anbieten... } } Falls das Pentagramm auf der Spitze stand und sich keiner der Freunde die } dich nie besuchen einen Scherz erlaubt hat, hattest Du vom Satan Besuch. } Was Du dagegen tun kannst: } Trete aus der Kirche aus und such dir ne vernuenftige Religion. Eine, ohne } Satan. ######################################################################### 006-09 Selected by: caronni (Germano Caronni) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > O baertiges Orakel, dessen Haar lang und weiss ist, > welches noch nie Friseurrechnungen bezahlen musste, > hilf mir in dieser haarigen Angelegenheit! > > Warum kostet der gleiche Haarschnitt bei mir heute, wo ich > Student bin, 20 Mark, und vor 5 Jahren, als Schueler, nur > 10 Mark? Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } Oh wisse Du unwissender, der du mich in meiner grenzenlosen Weisheit befragt } hast, dass mein Haar gar nicht weiss ist, sondern grau, und auch nicht lang, } denn auch schneide meine Haare, aber Friseurrechnungen muss ich wirklich } nicht zahlen, ja. Nun zu Angelegenheit. Deine Friseurrechnung, die dir in } letzter Zeit ueber den Kopf gewachsen ist. Nun, wie du sagst, bist du jetzt } 5 Jahre aelter, und in fuenf Jahren wachsen Dir viele Haare, die der Friseur } natuerlich auch wegschneiden muss. Aber sag mir, bist du denn ein so armer } Student, dass du nur alle fuenf Jahre die Haare schneiden kannst? } Doch mit dieser Frage muss ich Dich allein ins Reine kommen lassen, doch ich } hoffe, dass Dir dabei die Laeuse und Floehe, die sich zweifelsohne in dieser } Zeit in deiner Haarpracht angesammelt haben, dabei helfen werden. ######################################################################### 006-10 Selected by: caronni (Germano Caronni) Selected by: Matthias Ulrich Neeracher Selected by: chris@phil15.uni-sb.de (Chris Blum) Die Frage an das Usenet Orakel lautete: > Score: 45/750 > > Du befindest Dich in einem langen, dunklen Gang. An der linken Wand haengen > im Abstand von 30 Metern Fackeln. Der Gang biegt weiter vorne leicht > nacch rechts ab, hinter Dir ist es dunkel. Im Boden vor Dir ist ein Loch. > Hinter Dir hoerst Du Schritte und ein lautes Roecheln. > Was nun> schau zurueck > > Hinter Dir taucht ein bis an die Zaehne bewaffneter Weihnachtsmann auf. > Was nun> untersuche Weihnachtsmann > > Der Weihnachtsmann hat boese funkelnde Augen und schwenkt bedrohlich > seinen grossen Sack. > Was nun> springe ueber Loch > > Das Loch ist zu gross. > Was nun> Und dies war die Antwort, die das Orakel gab: } ># } >#> Was nun> Sag ein Weihnachtsgedicht auf } Wie waers mit : } Lieber guter Weihnachtsmann, } schau mich nicht so boese an, } lass mich einfach laufen } sonst mach ich einen ... #########################################################################