``Der Leichtsinn, ein Paradox fuer eine Entdeckung zu halten, eine Metapher fuer einen Beweis, eine Redeflut fuer eine Quelle grosser Wahrheiten und sich selbst fuer ein Orakel, ist unserem Wesen angeboren.'' -- Paul Val'ery, 1895

DAS USENET ORAKEL

Das Usenet Orakel ist bereit, alle Eure Fragen zu beantworten. Ihr koennt sie schicken an:

orakel@olymp.org

Die `Subject:'-Zeile der Meldung muss etwas in der Art von ``Oh, allwissendes Orakel, bitte sage mir...'' enthalten. Wirklich benoetigt werden die Worte `sagmir' oder `sage mir' in dieser Zeile. Gross- und Kleinschreibung ist hierbei unwichtig. Die Meldung selber sollte nur Eure Frage enthalten. Eine Antwort auf Eure Frage koennt Ihr innerhalb weniger Tage erwarten, meist auch einiges frueher.

In der Zwischenzeit wird das Orakel Euch hoechstwahrscheinlich eine andere Frage schicken, die Ihr als Bezahlung fuer seine Dienste zu beantworten habt. Versucht moeglichst weise und witzig zu antworten. Die Antwort muesst Ihr an orakel@olymp.org zurueckschicken, unter Beibehaltung der `Subject:'-Zeile. Dies koennt Ihr ueblicherweise mit dem normalen `reply' Befehl Eueres Mailers erreichen, z.B. durch Verwendung des `r'-Kommandos im Std. Berkeley Mail-Programm.

Wichtig ist, dass die achtstellige Identifikation der Antwort irgendwo in der `Subject:'-Zeile vorkommt. Die Meldung selbst sollte nur Eure Antwort enthalten, die urspruenglich gestellte Frage sollte nicht darin enthalten sein. Bitte versucht innerhalb kurzer Zeit (Tagesfrist) zu antworten, um rasche Durchlauf-Zeiten von Fragen zu erreichen.

Achtet bitte darauf, in Eurer Antwort keine Zeile zu haben, die nur aus `--' besteht, sonst denkt das Orakel, der nachfolgende Text sei eine .signature und schneidet die Antwort ab. Genauso unerwuenscht sind TeX-, ISO- und jegliche sonstigen Umlaute, nicht jeder ist in der Lage, diese Formate zu lesen. Ebenso unangenehm sind ueberlange Zeilen. Denkt daran, dass die meisten Leute 80 Zeichen breite Terminals (oder Fenster) haben und dass das Orakel Eure Fragen und Antworten noch durch Quote-Markierungen kennzeichnet, die auch noch einige Zeichen ausmachen. Als Richtgroesse sollte eine Zeilenlaenge von etwa 65-70 Zeichen dienen.

Solltet Ihr die Frage nicht oder zu langsam beantworten, kann es sein, dass die Frage an mehrere Personen geschickt und somit auch mehrere Male beantwortet wird. Wenn Ihr explizit eine Frage zurueckweisen wollt, weil sie Euch zu obskur ist oder Ihr das Gefuehl habt, sie nicht angemessen beantworten zu koennen, schickt einfach eine leere (absolut leere!) Antwort.

Wenn Ihr dem Orakel eine Mail mit dem Wort `hilfe' in der `Subject'-Zeile schickt, wird es Euch die neueste Version dieses Hilfetextes zumailen. Wenn Ihr dem Orakel eine Mail mit `fragmich' oder `frage mich' zuschickt, wird es Euch - so Fragen zur Verfuegung stehen - eine Frage zukommen lassen, die Ihr beantworten koennt.

Eure Fragen, Kommentare und auch Beschwerden ueber das Orakel sind willkommen. Schickt sie bitte an orakel-priester@olymp.org oder caronni@olymp.org.

ETIKETTE

Das Usenet Orakel ist hauptsaechlich als gemeinschaftliche Bemuehung um kreativen Humor gedacht. Da sein Zweck darin besteht, Spass zu machen, gibt es nur wenige Regeln. Allerdings hat sich zwischen den Benutzern des Original-Orakels eine Etikette entwickelt, die auch fuer dieses Orakel gilt.

Es wird aeusserst ungern gesehen, wenn jemand eine Serie gleicher Fragen einschickt. Dies fuehrt haeufig dazu, dass eine Person, die Lust hat, Fragen zu beantworten, zig mal die gleiche zu sehen kriegt. Natuerlich ist es in Ordnung, eine Frage wieder einzuschicken, sobald man eine Antwort erhalten hat. Dies gilt vor allem dann, wenn Ihr glaubt, dass die Antwort der Frage nicht angemessen sei.

Wenn Ihr Euch nicht in der Lage seht, eine bestimmte Frage angemessen zu beantworten, kann es besser sein, ueberhaupt nicht zu antworten, anstatt eine triviale Erwiderung zu geben und den Fragenden zu enttaeuschen. Allerdings sollte dies nicht zu oft geschehen, da sich sonst die unbeantworteten Fragen beim Orakel haeufen, und seine Antwortzeit fuer jeden groesser wird.

Es lohnt sich wahrscheinlich, einige Ausgaben der `Oracularities' in der Newsgroup rec.humor.oracle oder die Orakularitaeten in de.rec.orakel zu lesen (siehe auch unten), um sich ein Bild ueber die Konventionen und den Schreibstil von Orakel-Fragen und -Antworten machen zu koennen. Hier sind einige grundsaetzliche Leitlinien fuer diejenigen, die von der Muse des Orakels beseelt wurden und als Inkarnation des Orakels Antworten verfassen:

DIE USENET ORAKULARITAETEN

Die Orakel-Priesterschaft erhaelt eine anonyme Kopie aller beantworteten Fragen, oder Orakularitaeten, wie sie genannt werden. Die Priesterschaft waehlt dann die besten Beitraege aus, die in de.rec.orakel veroeffentlicht werden. Dies ist die Chronik des Mythos des Usenet Orakels. Die Benutzung des Orakels impliziert das Einverstaendnis mit einer allfaelligen anonymen (siehe unten) Veroeffentlichung der Fragen und Antworten.

Alte Ausgaben der englischsprachigen Orakularitaeten sind via anonymous ftp von cs.indiana.edu (129.79.254.191) im Directory pub/oracle erhaeltlich; wahlweise koennt Ihr die Orakulitaeten per Mail unter mailserv@cs.indiana.edu bestellen; um naehere Informationen zu erhalten, schickt Ihr eine Mail mit dem Subject ``help'' an eben diese Adresse.

DAS ORAKELARCHIV

Falls Dich das Orakelfieber vollends gepackt hat, kannst Du alle Digests, die das Orakel jemals produziert hat, vom Orakelarchiv beziehen. Du kannst dazu entweder FTP oder Email benutzen.

FTP: Verbinde Dich mit ftp.phil.uni-sb.de (134.96.80.220) und melde Dich als User `ftp', Passwort Deine Mailadresse an. Dann wechsele mit `cd pub/Orakel' in das Orakelverzeichnis. Mit `dir' kannst Du nachsehen, was es da so gibt. Mit `cd verzeichnis' wechselst Du in Unterverzeichnisse, mit `cd ..' geht's zurueck. Mit `get datei' saugst Du eine Datei an, und mit `mget datei*' kannst Du gleich mehrere Dateien auf einmal bestellen (wobei in diesem Fall alle Dateien uebertragen werden, die mit `datei' anfangen). Ende mit `bye'.

Email: Schicke eine Email an orakelarchiv@phil.uni-sb.de, Subject egal. Schreibe in den Body der Mail auf einer Zeile fuer sich das Wort `Hilfe'. Sonst sollte Deine Mail nichts enthalten. Jetzt solltest Du innerhalb weniger Minuten eine komplette Anleitung zur Verwendung des Mailservers in Deiner Mailbox finden. Die Email-Variante hat noch eine nette Faehigkeit: Du kannst Dich in eine Liste eintragen und so alle zukuenftigen Digests abonnieren! Allerdings ist es aus Netzlastgruenden besser, neue Digests aus der Newsgroup de.rec.orakel zu holen. Das Orakel-Archiv wird von Chris Blum (chris@phil.uni-sb.de) unterhalten.

ANONYMITÄT

Das Orakel ist ein vertraulicher und anonymer Service. Die Anonymitaet der Teilnehmer wird in allen Mails und Veroeffentlichungen gewahrt. Wenn Ihr allerdings eine .signature in einer Mail an das Orakel habt, kann diese in der entsprechenden Frage oder Antwort auftauchen. Beim Veroeffentlichen der Orakularitaeten werden diese Signaturen von Hand geloescht. Wenn Ihr nicht anonym blieben wollt, fuegt Eurer Antwort einen Satz wie `inkarniert als ' hinzu.

DISCLAIMER

Da die Benutzer des Orakels die eigentlichen Fragen und Antworten erzeugen, lehnen das Orakel und seine Priesterschaft jede Verantwortung fuer den Inhalt von Orakel-Meldungen ab. Desgleichen behaelt sich der Betreiber des Orakels vor, diesen Dienst bei Missbrauch umgehend zu terminieren.

GESCHICHTE

Waehrend der Geschichte der Menschheit gab es viele Orakel, die von einer Unzahl von Sterblichen und einigen Unsterblichen konsultiert wurden. Der grosse Herkules wurde vom Orakel von Delphi angewiesen, dem mykenischen Koenig Eurystheus fuer zwoelf Jahre zu dienen, um fuer den Mord an seinen Kindern zu buessen. Das Orakel von Ammon sagte dem Koenig Cepheus, er solle seine Tochter Andromeda an die Klippen von Joppa schmieden, um das schreckliche Seeungeheuer, das die Kuesten verwuestete, zu besaenftigen. Diese Loesung wurde allerdings nie erprobt, da Perseus Andromeda im letzten Augenblick noch erretten konnte.

Mit dem Kommen des elektronischen Zeitalters und vor allem der ueberschnellen E-Mail-Verbindungen fand das Wesen des Orakels neue Moeglichkeiten sich zu manifestieren, und seither kennt man das Usenet Orakel.

Lokale Orakel-Programme haben an verschiedenen Orten waehrend vieler Jahre existiert. Die meisten koennen ihren Ursprung bis zum ersten Orakel-Programm von Peter Langston (psl@acm.org) zurueckverfolgen, oder sie wurden zumindest durch dieses beeinflusst. Das urspruengliche Orakel wurde fuer das V5 Unix System im Harvard Science Center um 75-76 geschrieben und als Teil der 'psl games' Distribution an andere Orte verteilt. So z.B. zu den Murray Hill Bell Labs, Interactive Systems und Lucasfilm. Lars Huttar (huttar@occs.oberlin.edu) benutzte eine Beschreibung dieses Programms, um sein eigenes Orakel zu entwickeln, welches im August 1989 in alt.sources veroeffentlicht wurde. Dieses Programm war dann die Inspiration zum Usenet Orakel.

Alte Legenden gingen von folgendem Sachverhalt aus, der nach heutigen Kenntnissen nicht mehr zutrifft:

Nach Hoerensagen soll Hutter sein Orakel geschrieben haben, nachdem ihm die Beschreibung des Orakel-Programms von `Murray Hill Bell Labs', welches vielleicht von Robert T Morris geschrieben wurde, zukam. Andere fruehe Orakel-Programme fand man bei Interactive Systems (von Peter S Langston circa 1980), an der John Hopkins University (betrieben von Erica Liebman circa 1984) und ein anderes von Morris an der Harvard University.

Steve Kinzler (kinzler@cs.indiana.edu), Student und System-Administrator an der Indiana University, installierte Huttar's Program auf silver.ucs.indiana.edu, wo es sich als recht populaer erwies. Die besten Orakularitaeten wurden in in.bizarre veroeffentlichet, eine lokale Newsgroup in Indiana.

Ray Moody (moody@pittpa.cray.com), ein Student an der Purdue University, schrieb die Software fuer das Usenet Oracle, ein mail-basiertes Orakel-Programm, das auf uvax.cs.indiana.edu laeuft und aller Welt zugaenglich ist. Es wurde ein unmittelbarer Erfolg.

Kinzler setzte die Entwicklung der Software fort, fuegte Unterstuetzung fuer das Veroeffentlichen der Orakularitaeten und verwandte Prozesse hinzu und kreierte die Orakel Priesterschaft, die all die Fragen und Antworten liest, jede Woche die Besten zusammenstellt und so auch dafuer sorgt, dass das amerikanische Orakel selbsterhaltend ist. Jon Monsarrat (jgm@cs.brown.edu) und Randal Schwartz (merlyn@iwarp.intel.com) waren an der Weiterentwicklung des Systems beteiligt. Michael Nolan (nolan@helios.unl.edu) erzeugte die Newsgroups rec.humor.oracle*.

Im Oktober 1993 schrieb Germano Caronni (caronni@olymp.org) das Orakel nach der Vorlage der alten Quelltexte neu. Das neue Orakel erlaubt nun mehrfache Antworten auf eine Frage und passt sich auch sonst gewissen Beduerfnissen an, die mit der Zeit entstanden waren. Digests und Votings wurden im Februar 1994 in das Orakel integriert.

Diese neue Orakel-Software ist es auch, die nun das deutsche Orakel bildet. Lothar Fritsch (fritsch@fsinfo.cs.uni-sb.de) bemuehte sich im Januar 1994 erfolgreich, die Newsgroup de.rec.orakel entstehen zu lassen und hat fuer einen grossen Teil des harten Kerns der Priesterschaft gesorgt. Anfang Februar 1994 entstand das Archiv der Orakularitaeten.

Im Januar 1995 zog das Orakel von der beruehmt-beruechtigten Nessie (nessie.cs.id.ethz.ch) aufgrund eines Hardware-Defekts dieses Rechners auf eine Sun um und ist seither als orakel@olymp.org zu erreichen.

Das Orakel verbreitet sich weiter, neben einer amerikanischen (oracle@cs.indiana.edu) und einer deutschsprachigen Version existiert auch ein finnisches (oracle@cs.hut.fi) Orakel.

Natuerlich sind es die Tausende von Orakel-Teilnehmern, die ueber all die Jahre hinweg die `Persoenlichkeit' des Orakels kreiert haben, seinen Mythos und auch seine Geschichte.

Lang lebe das Usenet Orakel! (in all seinen Inkarnationen)

CREDITS

Eine Danksagung fuer die originalen Texte, den Quelltext des 'alten' Orakels, und die Billigung des deutschsprachigen Orakels gebuehrt Steve Kinzler, der das Original Usenet Oracle betreibt.